Das KICKFAIR Konzept

KICKFAIR hat ein ganzheitliches Bildungskonzept entwickelt, das auf einer fundierten, bildungstheoretischen Auseinandersetzung basiert. Das Konzept verbindet motorisches, emotionales und kognitives Lernen und wird damit neurobiologischen Erkenntnissen von Lernen gerecht. Es stellt junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung und im demokratischen Miteinander in den Mittelpunkt und nutzt das inszenierte Spiel mit seinen Lernpotenzialen, um ein reichhaltiges Spektrum vielfältiger Lerngelegenheiten zu bieten. Diese werden in verschiedenen KICKFAIR Bausteinen über das Spiel hinaus weiter vertieft.

ZZ
Das KICKFAIR Konzept ist flexibel, wird jeweils an die lokalen Rahmenbedingungen angepasst und folgt gleichzeitig einer einheitlichen Wirkungslogik. KICKFAIR bleibt Teil der Prozesse vor Ort und begleitet von der Planung über die Umsetzung bis zur Verankerung.
ZZ
Lernen in und mit KICKFAIR ist konsequent partizipativ, inklusiv, prozessoffen, moderierend – entsprechend sind die didaktischen Leitlinien nicht vermittelnd, sondern ermöglichend. Kinder und Jugendliche entdecken über verschiedene Rollen und Aufgaben ihre Interessen, Stärken sowie Potenziale, lernen diese zu entfalten und erleben Selbstwirksamkeit.
ZZ
„Wer bin ICH, wer bist DU, wer sind WIR GEMEINSAM?“ ist dabei handlungsleitend. Jugendliche begegnen sich, kommen ins gemeinsame Tun, erleben Vielfalt als Stärke und bauen vorhandene Vorurteile ab. Sie werden Teil eines demokratischen Gemeinwesens und gestalten das soziale Miteinander aktiv mit.
ZZ
Lernen mit KICKFAIR ist langfristig über mehrere Jahre angelegt. Alle drei Konzeptkomponenten – das Kompetenzmodell, die Spielweise und die didaktischen Leitlinien – fußen auf einem ethischen Orientierungsrahmen mit Werten des gesellschaftlichen Miteinanders. Jugendliche werden in ihrem Engagement gefördert und erleben sich als Teil einer Gemeinschaft. Sie erfahren Selbstwirksamkeit im eigenen Lebensraum und übernehmen zunehmend Verantwortung für die Gestaltung der KICKFAIR Aktivitäten im eigenen Umfeld.

Unser Kompetenzmodell

KICKFAIR hat ein Kompetenzmodell entwickelt (siehe Schaubild), das die verschiedenen Kompetenzen beschreibt, die Kinder und Jugendliche mit KICKFAIR erwerben. Ineinandergreifende „KICKFAIR Bausteine“ ermöglichen ganzheitliche Zugänge und verbinden motorisches, kognitives sowie emotionales Lernen- auf dem Spielfeld und außerhalb.

Das zentrale Ziel der Arbeit von KICKFAIR besteht darin, dass junge Menschen allgemeine Handlungskompetenzen erwerben. Darunter versteht KICKFAIR Fähigkeiten und Kompetenzen, die Jugendliche benötigen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und sich positive Lebensperspektiven aufbauen zu können. KICKFAIR orientiert sich an einer grundlegenden ethischen Dimension, so dass Jugendliche neben Kompetenzen auch Werte und Handlungsprinzipien entwickeln, die auf ein sozial und gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln ausgerichtet sind und so zu gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen.

KICKFAIR ist mehr als kicken. Soziales Lernen mit dem Medium Fußball zu verbinden ist eine prima Möglichkeit, durch gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse an die Kids ranzukommen. Mich begeistern immer wieder die positiven Wege der Jugendlichen, die länger an KICKFAIR dranbleiben. Aber auch die vielen kleinen Lichtblicke und tollen „Fairnessmomente und -erlebnisse“ auf dem Spielfeld.

Anja B., Schulsozialarbeiterin, Rechberghausen

Die KICKFAIR Bausteine

Die ineinandergreifenden KICKFAIR Bausteine ermöglichen ganzheitliche Zugänge und verbinden motorisches, kognitives sowie emotionales Lernen – auf dem Spielfeld und außerhalb.

Baustein Straßenfußball spielen

Jungen und Mädchen spielen miteinander, handeln die Regeln vor jedem Spiel selbst aus und besprechen deren Einhaltung nach dem Spiel in der Dialogzone. Fairness zählt in Punkten genauso viel, wie geschossene Tore. Anstelle von Schiedsrichter*innen begleiten Straßenfußball Mediator*innen (Jugendliche aus der Zielgruppe selbst) die Diskussionen.

Baustein Organisieren

Über die Organisation und Durchführung von regelmäßigen Spieletreffs und Turnieren übernehmen Jugendliche Verantwortung in der Planung und Umsetzung der KICKFAIR Bausteine vor Ort. Sie wachsen Schritt für Schritt in immer komplexere Aufgabenfelder rund ums Planen, Organisieren und Umsetzen von Veranstaltungen.

Baustein Straßenfußball Mediation

Jugendliche übernehmen beim Spiel die Rolle von Mediator*innen. Sie begleiten die Teams in der Dialogzone, helfen beim Verhandeln von Regeln, werten gemeinsam mit den Teams das Spiel aus und vermitteln bei der Vergabe von Fairplay Punkten.

Baustein Mentor- und Youth Leadership

Ältere Jugendliche, die bereits über Erfahrungen in KICKFAIR Projekten verfügen, werden zu Mentor*innen für andere Kinder und Jugendliche in ihrem Standort und später auch über ihren Standort hinaus. Sie geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Jüngere weiter. Als Jugendliche aus der Zielgruppe selbst haben sie einen niederschwelligen und authentischen Zugang zu anderen jungen Menschen und sind positive Rollenvorbilder.

Baustein internationale Verständigung und globales Lernen

Die gemeinsame Begeisterung für Straßenfußball wird zur Brücke zwischen Jugendlichen, die sonst eher weniger Möglichkeiten haben, im Austausch mit anderen weltweit zu sein. In gemeinsamen Projekten und Aktivitäten, über Workshops von Youth Leadern aus internationalen Partnerorganisationen, über themenbezogene Arbeitsmaterialien oder in länderübergreifenden Schulpartnerschaften lernen sie mit- und voneinander.

Baustein Begegnung in Vielfalt

„Wer bin ICH, wer bist DU, wer sind WIR GEMEINSAM?“: Jugendliche mit unterschiedlichen Biografien, Hintergründen und Lebenskontexten kommen gezielt in Kontakt und erschließen sich Austauschräume für gemeinsames, inklusives Lernen. Hierfür hat KICKFAIR einen ganzheitlichen Lernansatz entwickelt, der kognitive Elemente mit Bewegung und Spaß verknüpft. Die den Straßenfußball ergänzenden Methoden ermöglichen es Kindern und Jugendlichen, positive Fremdheitserfahrungen zu machen, den Umgang mit Vielfalt einzuüben und über das gemeinsame Gestalten ein soziales Miteinander zu entwickeln.

Mehr dazu, wie wir unser Konzept aktuell umsetzen ?