Fußball-Lernen-Global

„Gerade für unsere Schüler*innen, die sich generell von der Gesellschaft als benachteiligt und oft als nicht beachtet empfinden, ist es von unschätzbarem Wert, dass sie in diesem Projekt im Fokus stehen. Sie erfahren es als Wertschätzung, dass (…) ihnen was zugetraut und zugemutet (wird) und sie erfahren, dass sie diese Herausforderungen auch meistern können.“

Theresia A., Lehrerin Nürnberg

Fußball-Lernen-Global verbindet Straßenfußball mit einem ganzheitlichen Bildungskonzept und fördert insbesondere bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Sie erwerben Zukunftskompetenzen, lernen ihren Fähigkeiten zu vertrauen und als Protagonist*innen ihre Zukunftsperspektiven selbst mit zu verändern.

Als Lernzugang dient die weltweit verbreitete Spielweise Straßenfußball, bei der Fairplay genauso viel zählt wie Sieg oder Niederlage.

„Das Straßenfußball spielen in der besonderen Weise in drei Halbzeiten hat an sich schon einen großen Wert. Die Kids erfahren da, dass spielen in gemischten Teams etwas Schönes ist und wie sie das Miteinander konstruktiv gestalten können. Das geht natürlich auch durch alle möglichen Emotionen und Phasen hindurch. Das ist ein ganz wichtiger Raum!“

Helmut K., Schulleiter Erlangen

Straßenfußball wird dabei grundsätzlich von den Jugendlichen selbst organisiert. Sie führen Turniere für andere Jugendliche durch und bringen als Straßenfußball-Mediator*innen Jüngere in einen Dialog über Fairness und gemeinsame Regeln. KICKFAIR schult Youth Leader*innen und begleitet sie darin, selbst Verantwortung für die Projektaktivitäten zu übernehmen: Sie gestalten die Projektinhalte aktiv mit, geben in peer-to-peer Workshops ihre Erfahrungen an die Jüngeren weiter und engagieren sich damit auch über den Projektzeitraum hinaus.

Die Erfahrungen auf dem Spielfeld werden auf das Zusammenleben in der Schule, Kommune und (Welt)Gesellschaft übertragen.

Mithilfe zielgruppenadäquater Ansätze, Methoden und Materialien setzen sich die Projektteilnehmer*innen mit ihrem Verständnis von Respekt, Fairness, Team sowie Regeln des Zusammenspiels auseinander, entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede und lernen kulturell bedingte Sichtweisen zu verstehen. Sie erleben dabei die eigene Vielfalt als gewinnbringend und lernen, konstruktiv mit Fremdheit und Veränderung umzugehen. Sie stellen ihre eigenen Vorurteile und Sichtweisen zunehmend in Frage und bauen ihre Ängste vor Fremdheit ab.

„Im Projekt lernt man nicht bloß etwas über den Straßenfußball, sondern auch viel über faires Verhalten und den richtigen Umgang mit seinen Mitmenschen.“

Annemarie, Schülerin Rathenow

Hierfür entwickelt KICKFAIR Unterrichtseinheiten und -materialien, bietet Workshops zu unterschiedlichen Themenfeldern an und führt Begegnungstage und Projektwochen an den beteiligten Schulen durch.

Im Rahmen des Projektes begleitet KICKFAIR die Schulen darin, wie sie Fußball-Lernen-Global bedarfsorientiert in ihre Schulentwicklungsprozesse integrieren können.

Soziale Bildungsarbeit soll fester Bestandteil der Schulprofile werden und langfristig im Unterricht, in der Projektarbeit, im Ganztages- und Wahlpflichtbereich oder in AGs verankert sein. Neben regelmäßigen Planungs- und Entwicklungsgesprächen mit allen beteiligten Partnern unterstützen wir Lehrkräfte, Sozialpädagoge*innen und Betreuende durch Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und didaktische Arbeitsmaterialien.

„Die Haltung, die vielen Methoden und Ansätze von KICKFAIR muss jede pädagogische Fachkraft natürlich für sich selbst interpretieren und erschließen. Dieser Prozess geschieht in vielen kleinen Schritten und Erfahrungen über einen langen Zeitraum. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, dass KICKFAIR so einen langen Atem hat und langfristig mit uns arbeitet.“

Stefan K., Lehrer Erlangen

Der bundesweite Austausch und die Vernetzung aller Schulakteur*innen ermöglicht eine praxisorientierte und erfahrungsgesättigte Weiterentwicklung von Fußball-Lernen-Global.

Die Schulen, die Fußball-Lernen-Global als festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit und als Zugang zu sozialem Lernen nachhaltig verankert haben, verstehen wir als wichtige Impulsgebende für die Weiterentwicklung des Ansatzes. Peer-Lernen, erfahrungsorientiertes Lernen, Austausch auf Augenhöhe und das Lernen von und mit Good-Practice sind im Rahmen von Fußball-Lernen-Global wichtige Anker für die Arbeitsweise aller Beteiligten. Daher sind diverse Austauschformate – und hier insbesondere die bundesweite Vernetzung – aller Akteur*innen ein Schlüssel zum Erfolg. Einmal jährlich kommen alle beteiligten Schulen (Kinder, Jugendliche, pädagogische Fachkräfte) zusammen, um gemeinsam über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze zu reflektieren. Darüber hinaus gibt es standortübergreifende Treffen zwischen Jugend-Orga Teams, Mediator*innen und Youth Leader, die andere (neue) Standorte besuchen und beim Aufbau von Fußball-Lernen-Global unterstützen und regelmäßige Fachtreffen auf Ebene der pädagogischen Fachkräfte um gemeinsam das Bildungskonzept weiterzuentwickeln.

„Gerade solche Treffen bieten vielen unserer Jugendlichen Chancen, die ihnen sonst eher schwer zugänglich sind. Es fängt ja schon damit an, dass viele nie bis äußerst selten aus unserer Kleinstadt rauskommen.“

Ute O., Lehrerin Emden

Zum aktuellen Projekt