Fußball-Lernen-Global

Wer bin ich, wer bist du, wer sind wir gemeinsam?
Wir verändern Perspektiven!

„Das besonders wertvolle bei Football-Learning-Global ist, dass das Globale nicht irgendwie abstrakt bearbeitet wird, sondern anhand von ganz Realem aus der Welt geschieht. Wenn zum Beispiel internationale Youth Leader aus Paraguay oder Ruanda zu uns kommen und in den Klassen zu Themen aus ihrer Lebenswelten arbeiten, dann hat das eine Riesenbedeutung. Oder wenn Klassen sich mit globalen Themen im Unterricht auseinandersetzen und sich dann auf digitale Weise mit konkreten Menschen von Football-Learning-Global Partnern von anderen Kontinenten austauschen und über ihre Verständnisse ins Gespräch kommen.“

Helmut K., Schulleiter Erlangen

Fußball-Lernen-Global verbindet soziales und globales Lernen mit dem Ziel, entwicklungspolitische Bildungsarbeit an Schule zu verankern.

Der zentrale Lernzugang ist eine besondere Straßenfußballmethode, die partnerschaftlich mit NGOs im Netzwerk Football-Learning-Global aus Südamerika, Afrika, Asien und Europa genutzt wird. Hier zählt Fairplay genauso viel, wie geschossene Tore und die Straßenfußballangebote werden grundsätzlich von den jugendlichen Projektteilnehmenden selbst gestaltet: Als Organisator*innen, Mediator*innen oder Mentor*innen setzen sie sich für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben ein. Durch das globale Netzwerk Football-Learning-Global werden vielfältige Formen des globalen Austauschs auf Augenhöhe ermöglicht.

„Die Workshops mit internationalen Youth Leadern erlauben einen authentischen Zugang zu einer bestimmten Thematik, sie wecken Motivation. Die Schüler*innen erwerben dadurch ein besseres Einfühlvermögen. Diese Workshops sind eine Brücke zwischen Theorie und Praxis, man kann die Kulturen durch Fragestunden herausfinden und Neues entdecken.“

Theresia A., Lehrerin Nürnberg

In Begegnungsräumen für Jugendliche unterschiedlicher Lebensrealitäten setzen sich bundesweit Schüler*innen mit globalen Lernthemen wie Vielfalt und Identitäten, Flucht und Migration, Menschenrechten, der gesellschaftlichen und politischen Realität in verschiedenen Ländern (insbesondere aus dem Football-Learning-Global Netzwerk) und dahinter stehenden globalen Zusammenhängen auseinander.

Durch das gemeinsame Handeln im Team wird Vielfalt erlebbar, bestehende Ängste und Sorgen nicht tabuisiert, sondern ernst genommen und in einen konstruktiven Dialog mit Blick auf die Zunahme an Kulturen, Religionen und Lebenskonzepten in Deutschland gebracht.

Durch Workshops, Fortbildungen, bundesweiten Austausch und individuelle Begleitung werden alle am Projekt beteiligten Schulakteur*innen unterstützt, das KICKFAIR Konzept zu sozialem und globalem Lernen zielgruppengerecht im Unterricht und im Schulprofil zu implementieren.

Schüler*innen haben dabei die zentrale Rolle und wachsen im Peer-to-Peer Ansatz in ihre (welt)gesellschaftliche Verantwortung. Der Leitsatz „Wir verändern Perspektiven“ ist die Klammer: Zum einen gewinnen Kinder und Jugendliche im Projekt für sich neue Perspektiven – dazu gehören soziale und globale Handlungskompetenzen – und erfahren sich selbst als wirksam: indem sie Verantwortung für sich und andere übernehmen, Dinge schaffen, Vielfalt und globale Perspektiven wertschätzen. Gleichzeitig setzen wir an den Perspektiven von schulischen Akteur*innen und Gesellschaft auf junge Menschen an. Indem Lehrkräfte zu KICKFAIR Lernbegleiter*innen werden, erkennen sie die Unterschiedlichkeiten der Jugendlichen an und stärken ihre Potenziale und Fähigkeiten. Den beteiligten Schulen bieten wir damit einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz, der alle Akteur*innen stärkt und sie als Veränderer*innen der Weltgesellschaft adressiert und befähigt.

„Das Miteinander in der Schule und der Klasse ist viel besser. Wenn wir zusammen Turniere organisieren und die gleichen Ziele haben, schweißt uns das zusammen. Durch den Fairplay Gedanken im Straßenfußball lernt man gegenseitig Respekt zu haben. Und das merkt man auch im Schulhaus.“

Diellza, Youth Leaderin München

Neben den Schüler*innen sind ihre Institutionen und alle darin handelnden Akteur*innen eine wichtige Zielgruppe, wenn es um die Verankerung und alltägliche Umsetzung entwicklungspolitischer Bildungsarbeit, globalen Lernens und Begegnung in Vielfalt geht.

Der Großteil der Schulen, mit denen KICKFAIR arbeitet, sind Haupt-, Förder-, Real-, Ober- und Gesamtschulen (oder ähnliche Typen in den jeweiligen Bundesländern). Gemeinsam mit KICKFAIR verankern sie soziales und globales Lernen fest in ihren Schulprofilen und Curricula.

Fußball-Lernen-Global adressiert Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihres sozio-ökonomischen, kulturellen, religiösen Hintergrundes, aufgrund ihres Geschlechts, fehlender Lerngelegenheiten, ihrer Migrations- oder Fluchtgeschichte als chancenbenachteiligt gelten und im Projekt als handelnde Akteur*innen gestärkt werden.

Aufgrund ihres sozialen, kulturellen und ökonomischen Hintergrundes werden sie darin gehemmt, ihre (schulischen, beruflichen und sozialen) Potenziale zu entfalten. Ein wichtiger Grund hierfür ist die Fokussierung auf Wissensvermittlung und kognitive Lernzugänge an Schule – dies besonders im Hinblick auf entwicklungspolitische und globale Lernthemen. Möglichkeiten praktischen Handelns und lebensweltbezogener Mitbestimmung sind vielerorts nur hochschwellig zugängig. Bildungsferneren Kindern und Jugendlichen bleiben dadurch Zugänge verwehrt, Gesellschaft mitzugestalten.

Mit Fußball-Lernen-Global werden den Jugendlichen der Zielgruppe Möglichkeiten geöffnet: Sie werden zu Gestalter*innen ihrer Lerngelegenheiten und Bildungswege, denn sie sind die Expert*innen ihrer Lebensrealitäten und werden durch ihr Engagement in verschiedenen Rollen und Aufgaben bei KICKFAIR Teil der Lösung – als Spieler*innen, als Straßenfußball-Organisator*innen, als Mediator*innen, als Projekt-Mentor*innen bzw. Youth Leader.

Externe Evaluationen ergänzt um unsere fortlaufenden, internen Wirkungsmessungen zeigen, dass sich das KICKFAIR Konzept in der Verknüpfung von sozialem und globalem Lernen in besonderer Weise eignet, um die Zielgruppe für die entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit zu erreichen. Im gemeinsamen Erleben und Gestalten können die Teilnehmenden das Potenzial von einem sozialen demokratischen Miteinander und globale Lernzusammenhänge authentisch in verschiedenen Projektmaßnahmen erleben.

„Wenn wir mehr Toleranz in unser Leben lassen können und Vielfalt als etwas Positives wahrnehmen und wir vor allem lernen, darüber zu reden und nicht mit der Faust ins Gesicht zu hauen, wenn jemand anderer Meinung ist, das wäre von großem gesellschaftlichem Nutzen. Das lernen die Schüler*innen bei KICKFAIR. Vor allem angstfrei ihre Meinung sagen zu dürfen.“

Gerrit W., Lehrer Kiel

Das Projekt wurde 2020 mit dem zweiten Platz beim LupoLeo Award, ein bundesweiter Preis der Volksbank BraWo und des Kindernetzwerks United Kids Foundation, in der Kategorie „Projekt des Jahres“ ausgezeichnet.

Wirkungs-
messung
2020

Partner*innen und Fördernde

Das Projekt „Fußball-Lernen-Global – wer bin ich, wer bist du, wer sind wir gemeinsam?“ wird gefördert durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die SKala-Initiative. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO.
 „Fußball-Lernen-Global – wir verändern Perspektiven!“ ist das Folgeprojekt, gefördert durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.