Sudenaz
Wenn ich erklären sollte, wie mit KICKFAIR alles begann, muss ich als erstes wohl von der Burg Hoheneck erzählen. Ich bin in Nürnberg auf die Scharrerschule gegangen und jede neue KICKFAIR-Generation dieser Schule fährt zu einem Einführungswochenende auf die Burg. Eine Freundin von mir hat sehr davon geschwärmt, also bin ich mitgefahren. Die Youth Leader bringen einem dort die Grundlagen näher, wie das Teamen funktioniert, was es mit den drei Halbzeiten auf sich hat, wie der Straßenfußball und die Demokratieprinzipien miteinander zusammenhängen, eben alles, was man so braucht. Abschließend gab es das Jugendturnier für die Fünftklässler und schon war ich mittendrin. Ganz klar: Diese Tage haben mich inspiriert, bei KICKAIR mitzumachen.
Auf Burg Hoheneck habe ich auch das erlebt, was KICKFAIR aus meiner Sicht besonders auszeichnet: Neue Menschen kennenzulernen, jüngere wie ältere, und wie aus diesen Bekanntschaften im Laufe der Zeit und der vielen Events Freundschaften entstehen, über ganz Deutschland hinweg. Für Menschen, die etwas schüchterner sind, ist das eine große Chance mit anderen in Kontakt zu treten und in eine Gemeinschaft einzutauchen. Auch das Verhältnis von Lehrkräften und Schüler*innen verändert sich durch KICKFAIR, fühlt sich außerhalb der Schule schon fast nach Freundschaft an. Zumindest ist es für mich so, ich tre!e mich noch immer mit meinen Lehrerinnen von damals.

KICKFAIR, das ist ein Gefühl für mich, das am besten jede und jeder erleben und tasten sollte. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Das Zugehörigkeitsgefühl, das Mitspracherecht, man hat die Sicherheit, gesehen zu werden, mit all seinen Eigenheiten und Stärken. Ich bin dadurch viel offener geworden, mein Selbstbewusstsein wurde gestärkt.
Damit alle dieses Gefühl erleben können, muss KICKFAIR unbedingt weiterwachsen. Ich bin ja schon ein Weilchen raus aus der Schule, aber es ist schön zu sehen, wie neue Kinder zum Straßenfußball dazukommen, wie es ihnen Spaß macht. Es ist viel leichter, wenn man schon als Kind lernt, dass man alle Menschen gerecht und respektvoll behandeln muss. Und dass man sich daran gewöhnt, die Meinung der oder des anderen zu respektieren, ob sie einem nun gefällt oder nicht. Es gibt keinen anderen Weg, sich einig zu werden, damit Dinge oder Chancen auch wirklich gerecht untereinander aufgeteilt werden. Diesen Weg den Kindern aufzeigen zu können motiviert mich als Youth Leaderin. Und es hilft mir, auch dranzubleiben.
Wenn ich zurückblicke: 2018 war ich zum ersten Mal beim Festival dabei. Seitdem ist KICKFAIR so gewachsen. Und ich auch: Jetzt gebe ich selbst Workshops und nehme Jüngere an die Hand. Das mache ich am liebsten und das fühlt sich richtig gut an.


