Skip to main content Scroll Top

Lolo

Ich hatte viele Schulwechsel hinter mir und in der neuen Schule das Gefühl, mich nicht einbringen, irgendwie nicht ankommen zu können. Dann bekamen wir in der 9. Klasse das Wahlpflichtfach „Globales Lernen“. Die Plakate von Mädchen und Jungen aus aller Welt haben mich gleich angesprochen, sie zeigten: Mädchen können genauso viel wie Jungs. Ich verstand, wie demokratisch Fußball eigentlich ist, und lernte zugleich die – zum Teil sehr gewalttätigen – gesellschaftlichen Zusammenhänge kennen: dass zum Beispiel in Südamerika Spieler schon wegen eines Eigentores erschossen worden sind.

Meine damalige Lehrerin war total verliebt in KICKFAIR und hat versucht, die Ansätze des Konzeptes in den Unterricht einzubinden. So rutschte ich in das Thema rein. Es kam jemand von KICKFAIR an die Schule, ich machte bei einem Straßenfußballturnier mit und dachte, oh Fußball, wie schrecklich und wie langweilig.

Zugleich bemerkte ich, dass hinter der Idee von KICKFAIR viel mehr steckt, wie cool das Drumherum ist, die Workshops, die Methoden,was den Jugendlichen zugetraut wird und wie dankbar und voller Freude sie sind, so viel Verantwortung übertragen zu bekommen. Ich sah, dass die Jugendlichen als Individuen wahrgenommen werden, und wie man sie behutsam an die persönlichen Grenzen führt, um ihre Lebensspielräume zu erweitern. Ich sah, wie sie von Mal zu Mal selbstbewusster wurden.

Letztlich spiegeln diese Beobachtungen meine eigenen Erfahrungen mit KICKFAIR wider: Ich lernte mich auszudrücken, lernte mich neu kennen, dass ich eigentlich laut und lustig bin, dass ich reden und repräsentieren kann, plötzlich keine Angst mehr habe, Vorträge zu halten. Ich reiste als Repräsentantin für KICKFAIR ganz allein nach Frankreich, nach England, verbrachte zehn Tage in Paraguay, obwohl die Reise lang ist, übers offene Meer führt und ich große Flugangst habe. Mitarbeiter*innen von KICKFAIR haben mir auch über diese Hürde geholfen.

Noch immer fühlt es sich unglaublich an, dass man an mich geglaubt und mir so viel Vertrauen entgegengebracht hat. Einmalig und bis dahin für mich unbekannt war das Gefühl, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Dass wir eine Gemeinschaft sind, so unterschiedlich jede und jeder daherkommen mag. Mittlerweile merke ich, wie sich die die Rollen gewandelt haben: Jetzt vertrauen die Kids mir, gehen auf mich zu, ich kann ihnen helfen. Jetzt bin ich das für sie, was früher andere für mich waren. Ein Gefühl, dass ich nicht missen möchte.

„KICKFAIR hat mir geholfen, das Selbstbewusstsein und den Mut zu entwickeln, um mich einzumischen, für andere wie für mich einzustehen. Ich bin mir viel bewusster, wofür ich stehe und welche Werte mir wichtig sind. Und ich gehe dazwischen, wenn da Verletzungen stattfinden. Das vermittelt mir das Gefühl, auch die Welt außerhalb von KICKFAIR ein wenig beeinflussen zu können..“

Mehr erfahren