Lolo
Ich hatte viele Schulwechsel hinter mir und in der neuen Schule das Gefühl, mich nicht einbringen, irgendwie nicht ankommen zu können. Dann bekamen wir in der 9. Klasse das Wahlpflichtfach „Globales Lernen“. Die Plakate von Mädchen und Jungen aus aller Welt haben mich gleich angesprochen, sie zeigten: Mädchen können genauso viel wie Jungs. Ich verstand, wie demokratisch Fußball eigentlich ist, und lernte zugleich die – zum Teil sehr gewalttätigen – gesellschaftlichen Zusammenhänge kennen: dass zum Beispiel in Südamerika Spieler schon wegen eines Eigentores erschossen worden sind.
Meine damalige Lehrerin war total verliebt in KICKFAIR und hat versucht, die Ansätze des Konzeptes in den Unterricht einzubinden. So rutschte ich in das Thema rein. Es kam jemand von KICKFAIR an die Schule, ich machte bei einem Straßenfußballturnier mit und dachte, oh Fußball, wie schrecklich und wie langweilig.
Zugleich bemerkte ich, dass hinter der Idee von KICKFAIR viel mehr steckt, wie cool das Drumherum ist, die Workshops, die Methoden,was den Jugendlichen zugetraut wird und wie dankbar und voller Freude sie sind, so viel Verantwortung übertragen zu bekommen. Ich sah, dass die Jugendlichen als Individuen wahrgenommen werden, und wie man sie behutsam an die persönlichen Grenzen führt, um ihre Lebensspielräume zu erweitern. Ich sah, wie sie von Mal zu Mal selbstbewusster wurden.


