Heute geben wir den Ton an: Jugendliche holen Kieler Politik an ihre Schule
Lange hatte sich die KICKFAIR-Gruppe der Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule darauf vorbereitet. Als schließlich der Oberbürgermeister, Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien und Gäste aus der Stadtverwaltung durch den Schuleingang kamen, warteten dort nicht nur ihre Gastgebenden auf sie. Die Jugendlichen hatten auch ihre Schule verwandelt: Aus einer kleinen, alten Sporthalle war ein besonderer Veranstaltungsort geworden. Mit buntem Branding und Porträts engagierter Jugendlicher machten sie sichtbar, worum es an diesem Tag gehen sollte: um junge Menschen, die sich einbringen und etwas bewegen.
Falls die politischen Gäste zu Beginn noch aufgeregt waren, fiel die Anspannung spätestens mit dem besonderen Empfang ab. „Bereits beim Ankommen wurde ich so herzlich von euch empfangen und habe mich direkt toll aufgenommen gefühlt. Die Atmosphäre und das Miteinander, das ihr hier geschaffen habt, ist wirklich besonders.“ schwärmte auch Kathrin Ivens (stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP Kiel).




Die Youth Leader Sanda und Anwar führten mit viel Humor und einem lockeren Wechselspiel durch den Tag. Sie stellten sich gegenseitig Fragen, griffen Gedanken auf und sorgten dafür, dass die Gäste schnell miteinander und mit den Jugendlichen ins Gespräch kamen. Hier gaben die jungen Menschen den Ton an. Und auch auf dem Straßenfußballfeld waren die Erwachsenen mit vollem Einsatz dabei. Für Melena aus der KICKFAIR-Gruppe, eine echte Überraschung: „Ich hätte nicht gedacht, dass sie mit uns kicken und dass ich vor ihnen auch Fehler machen kann. Jetzt habe ich das Gefühl, dass wir uns ein bisschen kennengelernt haben, also auch privat und nicht nur mit dem, was man in der Öffentlichkeit mitkriegt.“


Auch in den anschließenden Workshops übernahmen die Jugendlichen den Lead. Gemeinsam mit den Gästen diskutierten sie Demokratiebegriffe wie Gerechtigkeit, Freiheit, Zuhören, Mitspracherecht und Emotionen und ordneten sie nach ihrer Bedeutung. Freiheit und Gerechtigkeit landeten ganz oben. Noch wichtiger als die Reihenfolge war aber die Diskussion darüber: Warum sind uns bestimmte Werte wichtig? Wo haben wir unterschiedliche Vorstellungen? Und wie gehen wir damit um?
Dabei wurde spürbar, mit wie viel Überzeugung und Leidenschaft sich die Jugendlichen an ihrer Schule für ein gutes Miteinander einsetzen. Maja freute sich besonders über die Offenheit der Gäste: „Die Erwachsenen waren total offen mit uns und haben auch von sich erzählt. Gleichzeitig haben sie sich für uns interessiert. Das war echt super. Ich hatte erwartet, dass es viel angespannter wird.“
Auch Ahmed, der seit dem Sommer nicht mehr an der Schule ist und sich weiterhin engagiert, nahm eine wichtige Erfahrung mit: „Besonders war, die Meinungen der Politik zu unseren Themen zu hören. Und vor allem, dass sie uns zugehört haben. Das nehme ich für mein Leben mit.“

Für die Gäste wurde an diesem Tag deutlich, wie viel Engagement und Verantwortung in den Jugendlichen steckt. Der Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz erinnerte sich an seine erste Reaktion auf die Einladung:
„Als ich die Einladung bekam und gelesen habe, dass hier Jugendliche etwas für andere organisieren und die Lehrkräfte sich nicht einmischen, dachte ich: Das kann nur gut werden. Und heute zu sehen, wie ihr euch füreinander einsetzt und gemeinsam für die Demokratie engagiert, das finde ich richtig stark.“
Dr. Samet Yilmaz (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel
Auch die Schulrätin Bettina Becker zeigte sich beeindruckt:
„Ich bin schwer beeindruckt vom Einsatz der Schülerinnen und Schüler hier. Sie außerhalb des Unterrichts zu erleben und zu sehen, wie motiviert sie sind, wie sie begleitet werden, in ihren Aufgaben über sich hinauswachsen und dann stolz auf sich sind – das ist einfach grandios.“
Bettina Becker, Schulrätin der Landeshauptstadt Kiel
Der Tag hat gezeigt, was entsteht, wenn junge Menschen Raum bekommen, ihr Zusammenleben selbst mitzugestalten: Sie erleben, dass ihre Stimme zählt und sie gemeinsam etwas bewegen können. Und sie zeigen Erwachsenen und Politik, wie demokratisches Miteinander ganz konkret gelebt werden kann.
Beim gemeinsamen Abschluss wurden bereits die nächsten Begegnungen ins Auge gefasst: eine Einladung in den Landtag und ein Straßenfußballturnier vor dem Rathaus im kommenden Jahr. Es gibt also gute Gründe, den Dialog fortzusetzen.

„Warum wir beim Straßenfußball keinen Schiri haben? Weil wir selbst üben wollen, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu lösen.“
Arda (KICKFAIR Jugend-Orga Team), Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule

Weitere Stimmen:
„Ich möchte mich ganz herzlich bei euch Jugendlichen bedanken, dass ihr euch für die Demokratie in Kiel engagiert. Das ist von enormer Bedeutung – aktuell ganz besonders. Wir haben heute über sehr wichtige Werte gesprochen und unsere Gedanken dazu ausgetauscht. Genau darum geht es für mich in einer Demokratie: im Austausch miteinander zu bleiben. Danke, dass ihr das möglich gemacht habt.“
Seyran Papo (CDU), Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages

„Der Dialog mit euch hat mir super gefallen und ich komme sehr gerne wieder, wenn ihr das nochmal macht. Ich wüsste nicht, wie man das noch besser machen sollte – einfach super und vielen Dank!“
Jan Kürschner (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages

„Natürlich war ich im Vorfeld aufgeregt. Das ist ja auch eine ganz ungewohnte Rolle, mich komplett zurückzuhalten. Ich bin mega stolz auf das, was ihr hier auf die Beine stellt und heute gestellt habt. Und ich bin mir sicher: Was ihr hier lernt, begleitet euch durch euer ganzes Leben.“
Carsten Haack, Schulleiter Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule
„Die letzten Jahre wart ihr mit den Straßenfußball Events bei uns vor dem Holstein Stadion zu Gast und heute sind wir hier bei euch zu Gast. Ich freue mich sehr über die gute Zusammenarbeit in diesem so wichtigen Thema.“
Annika Hartmann, Nachhaltigkeitsmanagement Holstein Kiel


