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„Ich habe viel von euch gelernt.“ – Reaktionen aus der Politik und Zivilgesellschaft beim DEMOKRATIEdialog Bochum-Gelsenkirchen

Am 2. Juni wurde die Maria-Sybilla-Merian-Gesamtschule Bochum zum Lernort für Politiker*innen aus Bund und Land. Gestaltet durch Youth Leader sowie engagierte Jugendliche der ansässigen Schule und der benachbarten Gesamtschule Erle Gelsenkirchen, erlebten die Gäste, was junge Menschen unter Demokratie verstehen und für welche Werte sie sich an ihren Schulen einsetzen.

„Ich finde euer Engagement super. Heutzutage stellen viele die Demokratie in Frage. Es ist wichtig, dass Menschen beitragen und sich beteiligen – genau das tut ihr. Ich habe viel von euch gelernt und nehme neue Sichtweisen auf die Demokratie mit nach Hause.“

Mit diesen Worten bedankte sich Manfred Leichtweis (SPD), Erster Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, bei den Jugendlichen der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule Bochum und der Gesamtschule Erle Gelsenkirchen.

Ein Satz, der an diesem Tag hängen blieb.

Denn er macht deutlich, worum es beim DEMOKRATIEdialog in Bochum ging:
Sichtbar zu machen, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen, Demokratie mit Leben füllen und ihre Schulen mitgestalten, dass auch Erwachsene ihnen zuzuhören noch etwas lernen können.

Demokratie beginnt im Gespräch

Durch den Tag führten die beiden Youth Leader Letitia und Wika. Zum Auftakt stellten sie eine einfache Frage: Was bedeutet Demokratie eigentlich? Schnell wurde klar: Demokratie ist mehr als Wahlen und Politik. Sie zeigt sich überall dort, wo Menschen ihr Zusammenleben gestalten, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und unterschiedliche Perspektiven aushalten. Genau das wurde an diesem Tag sichtbar.

Gemeinsam spielten Jugendliche, Politikerinnen und Politiker, Engagierte und Gäste Straßenfußball in drei Halbzeiten. Anschließend wurde diskutiert: über Mitgestaltung in der Schule, über Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und darüber, wie mehr junge Stimmen gehört werden können.

Wenn Jugendliche zu Gastgebern werden

Das Besondere: Die Jugendlichen waren nicht nur Teilnehmende. Sie waren Gastgeber*innen, Moderator*innen, Workshop-Leitungen und Gesprächspartner auf Augenhöhe.

Die Mitglieder der Jugend-Orga Teams beider Schulen hatten die Workshops vorbereitet und leiteten die Gespräche selbst. Für Adriano Celestino von der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule war genau das ein besonderer Moment:

„Wenn 9. Klässler einem Bürgermeister was beibringen, ist das schon großartig. Ich bin stolz und dankbar, dass wir diese Veranstaltung gemeinsam mit der Gesamtschule Erle und KICKFAIR durchführen konnten.“

Was zunächst wie eine schöne Bemerkung klingt, beschreibt eigentlich sehr genau, worum es an diesem Tag ging: Jugendliche nicht über Demokratie sprechen zu lassen, sondern sie Demokratie gestalten zu lassen.

„Das passiert nicht so oft.“

Wie wertvoll dieser Austausch war, zeigte sich auch in den Stimmen der Jugendlichen. „Jemand anderem zuhören ist fast die größte Form von Respekt. Ich finde es cool, dass Erwachsene gekommen sind und uns zum Thema Demokratie zugehört haben. Das passiert nicht so oft“, sagte Mohammed aus dem Jugend-Orga Team.

Ein Satz, der viele der Gespräche an diesem Tag auf den Punkt brachte. Denn die eingeladenen Gäste waren nicht nur gekommen, um Fragen zu beantworten. Sie kamen auch, um zuzuhören. Unter ihnen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bildung und Zivilgesellschaft, darunter Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie der Erste Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen. Sie alle erlebten junge Menschen, die sich einbringen, Verantwortung übernehmen und konkrete Ideen für ihre Schulen und ihre Region entwickeln.

So macht Demokratie Spaß

Zum Abschluss wurde deutlich, dass es auf viele Fragen keine einfachen Antworten gibt. Was ist wichtiger: Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit oder die Erfüllung von Grundbedürfnissen? Die Antworten im Raum waren unterschiedlich. Und genau das war der Punkt. Demokratie lebt nicht davon, dass alle einer Meinung sind. Sondern davon, dass wir miteinander sprechen, einander zuhören und unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen.

Oder wie Letitia am Ende des Tages sagte: „Unheimlich beeindruckend, was ihr hier und wir hier gemeinsam an zwei Tagen geschafft haben. So macht Demokratie doch echt Spaß.“ Ein Satz, der zeigt, was an diesem Tag entstanden ist: Nicht nur ein Gespräch über Demokratie. Sondern die Erfahrung, dass jede Stimme zählt – und dass junge Menschen etwas bewirken können.

Weitere Stimmen:

„Demokratie ist am authentischsten, wenn man sie auf Augenhöhe erlebt. Dafür braucht sie Räume zum Mitmachen. Formate wie der DEMOKRATIEdialog sind unverzichtbar, weil sie demokratische Werte im Alltag durch Fairplay und Respekt lebendig machen. Unsere Gesellschaft kann auf die Perspektiven der Jugend nicht verzichten: Echte Teilhabe aller jungen Menschen ist nicht bloß „nice to have“, sondern das Fundament für unser Miteinander, für unsere Demokratie. Nur wer erfährt, dass die eigene Stimme zählt, gestaltet die Zukunft aktiv mit.“

Dr. Bastian Hartmann (SPD), Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen

„Um unsere Demokratie zu stärken, braucht es mehr Empathie – das ist für unsere Gesellschaft total wichtig. Ihr tragt mit dem, was ihr hier auf die Beine stellt, genau dazu bei.“

Serdar Yüksel (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestags

„Derartige Demokratiebildungsprojekte sind aktuell mit das Wichtigste, was wir für unsere Gesellschaft tun können. Ich würde mich freuen, wenn wir mit dem Ansatz auch weitere Schulen inspirieren und für das Thema gewinnen könnten.“ 

Arne Hennemann, Regierungspräsidium Arnsberg

Der „DEMOKRATIEdialog Bochum & Gelsenkirchen“ wird vom Bundesministerium des Innern gefördert und findet zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration (IKI) statt. Die Umsetzung erfolgt durch KICKFAIR in Kooperation mit der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule Bochum und der Gesamtschule Erle Gelsenkirchen.

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