Andy
Ganz ehrlich: Früher war ich total unentspannt, habe es gehasst zu verlieren. Meine Zeit im Fußballverein hat diese Eigenschaften eher befördert, denn die Persönlichkeit spielte dort kaum eine Rolle, im Prinzip ging es im Training und in der Mannschaft immer nur ums Gewinnen. Und irgendwann habe ich dann gemerkt: Fußballspielen macht zwar Spaß, aber eigentlich fühle ich mich in dieser einseitigen Sicht auf das Spiel unwohl.
Als Fußballfreak war der Weg zu KICKFAIR nicht mehr so weit. Vor allem, weil mein Bruder Aydel bereits länger im Straßenfußball engagiert war und ich dadurch oft mit dem Thema in Berührung gekommen war. Ich fand es spannend, dass man gewinnen kann, wenn man den Regeln für einen fairen Umgang miteinander folgt. Dass nicht allein Tore über Sieg und Niederlage entscheiden, sondern auch das eigene Verhalten gegenüber den anderen. Und dass es so viele Aufgaben abseits des eigentlichen Spiels gibt, dass sich das Wesentliche nicht auf dem Platz abspielt.
Überhaupt konnte ich viel mit den Prinzipien von KICKFAIR anfangen: Das Teamen als Herzkammer des Straßenfußballs, der Austausch auf Augenhöhe, bei dem man Formen des respektvollen Umgangs finden muss, auch wenn man nicht der gleichen Meinung ist. Der Einzelne wie die Gemeinschaft ist dabei immer im Fokus. Miteinander zu arbeiten und miteinander klarzukommen, darum geht es. Und genauso wichtig: sich miteinander zu connecten – was total mein Ding ist. Ich habe in den vergangenen Jahren bei KICKFAIR unendlich viel Selbstvertrauen getankt und zugleich kann ich so sein, wie ich bin. Das ist ein bisschen so, als wäre ich bei mir selbst angekommen.

Ich erinnere mich: Der alte Andy war ein aggressiver Typ, der alles ernstgenommen hat, den das Leben angestrengt hat. So fühlte es sich an. Jetzt laufe ich entspannt durch die Gegend, genieße mein Leben, habe immer gute Vibes und sehe vieles positiv. Damit geht es mir auch deutlich besser.
Und dieser Prozess bei mir setzt sich fort, denn mittlerweile fühle ich mich als Vorbild für die Jüngeren – und das nicht nur, weil ich schon ein paar Jahre aus der Schule raus bin. Ich mag es sehr, mit Kindern zu kommunizieren und meine größte Freude ist, wenn sie nach den Turnieren und Workshops mit einem Lächeln nach Hause gehen. Klar, an meiner Schule hat es ein Weilchen gedauert, bis KICKFAIR was verändert hat. Die Jungs kannten halt nur den „normalen Fußball“ und fanden unsere Methoden anfangs ein bisschen komisch. Aber irgendwann haben sie gecheckt, wie KICKFAIR funktioniert und was es mit ihnen macht. Danach konnte man beobachten, wie sich das Zusammenleben in der Schule veränderte.
Ich bin ein total sportlicher Typ, ich tanze, mache Kampfsport. Und ich koche leidenschaftlich gern. Auf alle Bereiche hat sich meine gute Laune, die ich durch KICKFAIR bekommen habe, übertragen. Das fühlt sich echt großartig an.


