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Anwar

Ich bin in der siebten Klasse auf KICKFAIR gestoßen: In der Schule gab es zu den Wahlpfichtkursen einen Aushang zum Straßenfußball, von dem ich kaum mehr als das Wort „Fußball“ wahrgenommen habe. Ich hab‘ mich sofort angemeldet. Zuerst war es nur Fußballspielen, ehe ich nach einer gewissen Zeit bemerkte, oh, das ist ganz anders und viel größer als gedacht. Es hat mit Demokratie zu tun und es geht um Menschenkenntnis, wie man miteinander umgeht. So haben wir über die politische Situation in Chile gesprochen, weil es dort eine Partnerorganisation von KICKFAIR gibt. Ich fand das total verrückt, dass so unterschiedliche Themen durch den Straßenfußball zusammengeführt wurden. Ich hatte das Gefühl, plötzlich mehr vom Leben zu verstehen.

Der erste Meilenstein? Definitiv das Youth Leader Camp in Berlin. Es war das erste Mal, dass ich mit KICKFAIR irgendwo hingefahren bin. Ich war sehr nervös, so viele Leute, die ich nicht kannte, ich hatte Angst, dass ich was verkehrt machen könnte. Alles unbegründet. Es herrschte eine riesige Begeisterung, einfach krass. Je länger ich in Berlin dabei war, desto mehr Spaß machte es und desto klarer wurde mir: Ich will dabeibleiben, während der Schule, und in der Zeit danach.

Natürlich habe ich auch bei anderen Events und Tre!en interessante Erfahrungen gemacht. In Stuttgart hab‘ ich mich mal über eine Sache beschwert, ich dachte, das würde richtig Ärger geben. Stattdessen wurde meine Kritik echt gut aufgenommen. So einen positiven Umgang mit Kritik kannte ich bis dahin nicht, weder von zuhause noch aus der Schule. Wenn ich über meine Zeit bei KICKFAIR nachdenke, fällt mir auf, wie viel ich schon erlebt habe: Spielen, Teamen, Turnierleitung, Infostände betreuen, Jüngere zum Jugendforum begleiten, Demokratie-Workshops…

Aber ich vergesse auch nicht die schwierigen Zeiten, vor allem während Corona. Das war damals eine absolut kritische Phase bei mir, allgemein, und besonders in der Schule. In der Zeit danach habe ich eine Menge dazugelernt, auch durch KICKFAIR. Vor allem Verantwortung zu übernehmen, für mich, und für andere. Ich traue mir jetzt mehr zu. Meine Angst, was Falsches zu sagen oder zu machen, ist kaum noch da.

Das hilft mir auch im Berufsleben. Im Bewerbungsgespräch wurde ich gefragt, was ich tue, wenn ich etwas nicht weiß: fragen oder einfach weitermachen? Ich hab‘ von meinen Erfahrungen erzählt, dass nachfragen nichts Schlimmes ist, kein Mensch alles weiß. Dass es besser ist, lieber mehrmals zu fragen als ohne Ahnung fortfahren und am Ende alles falsch machen. Die Einstellung fanden sie gut. Ich verdanke sie diesem besonderen Miteinander bei KICKFAIR.

„Bei je mehr Events ich dabei war und je mehr ich mich und uns als Team, reflektiert habe, desto mehr hab ich gesehen, dass Andere das tun, wovor ich am meisten Angst hatte: was Falsches zu machen oder zu sagen. Jeder Mensch macht ständig Fehler und ich finde es gar nicht mehr so schlimm. Ich kann auch fragen: Hey, ich weiß nicht, wie das geht, ich brauche Hilfe. Früher hätte ich mich das nie getraut.“

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